Dieser Anaphlxie-Rechner für Kinder wurde für den Einsatz in Notaufnahmen entwickelt, in denen Kinder behandelt werden. Die verwendeten Algorithmen und Dosierungen können von den lokalen Standards und Behandlungsprotokollen Ihrer Einrichtung abweichen. Die Eignung für den jeweiligen klinischen Einsatz muss daher vor der Anwendung überprüft werden.
Obwohl bei der Entwicklung dieses Programms mit größter Sorgfalt vorgegangen wurde, kann keine Gewähr für die vollständige Fehlerfreiheit der Berechnungen übernommen werden. Alle berechneten Werte müssen vor der Anwendung überprüft werden. Die Verantwortung für die Nutzung der angegebenen Werte liegt jederzeit beim Anwender.
1. Anaphylaxie erkennen
- Akute Reaktion nach möglichem Allergenkontakt
- Schweregrad einschätzen
- Führendes Leitsymptom bestimmen
2. Sofort tun
- Allergenzufuhr stoppen
- Hilfe anfordern
- Basisuntersuchung durchführen
- Symptomorientierte Lagerung
3. Danach weiter
- Grad IV → Reanimationspfad
- Grad II/III → nach Hauptsymptom verzweigen
- Grad I → kutaner Verlaufspfad
Leitsituation
Herz-Kreislaufstillstand
Akutmaßnahmen
- Kardiopulmonale Reanimation
- Automatischer Defibrillator
- Zugang i.v. / i. ossär
- Adrenalin i.v. / i. ossär
- Atemwegssicherung
- Sauerstoff inhalativ
- Forcierte Volumensubstitution i.v. / i. ossär
Re-Evaluation
Nach Stabilisierung erneut Leitsymptom prüfen und weitere Symptomatik identifizieren.
Leitsymptom
Hypotension, Schock oder Bewusstlosigkeit
Initiale Maßnahmen
- Symptomorientierte Lagerung
- Adrenalin i.m.
- Sauerstoff inhalativ
- Zugang i.v.
Begleittherapie
- Dimetinden i.v.
- Kortikosteroid i.v.
- Basisuntersuchung
Wenn Besserung
Überwachung und erneute Prüfung, ob ein anderes führendes Leitsymptom vorliegt.
Wenn persistierender Schock / Bewusstlosigkeit
- Therapieeskalation
- Adrenalin i.v. / i. ossär oder erneut i.m.
- Gegebenenfalls andere Katecholamine i.v. / i. ossär
Wenn anderes Leitsymptom führend wird
Zum passenden Pfad wechseln und fehlende Maßnahmen ergänzen.
Leitsymptom
Obere Atemwegsobstruktion mit Dysphonie, Uvulaschwellung oder Stridor
Initiale Maßnahmen
- Symptomorientierte Lagerung
- Adrenalin i.m.
- Sauerstoff inhalativ
- Adrenalin inhalativ
- Zugang i.v.
Begleittherapie
- Dimetinden i.v.
- Kortikosteroid i.v.
- Basisuntersuchung
Wenn Besserung
Überwachung und wiederholte Prüfung, ob weitere führende Symptome bestehen.
Wenn persistierendes Larynxödem
- Therapieeskalation
- Gegebenenfalls Koniotomie
Wenn Kreislaufsymptomatik dominiert
Zusätzlich in den Hypotension-/Schock-Pfad wechseln.
Leitsymptom
Dyspnoe oder bronchiale Obstruktion
Initiale Maßnahmen
- Symptomorientierte Lagerung
- Adrenalin i.m.
- Sauerstoff inhalativ
- β2-Sympathomimetikum inhalativ
- Zugang i.v.
Begleittherapie
- Dimetinden i.v.
- Kortikosteroid i.v.
- Basisuntersuchung
Wenn Besserung
Überwachung und erneute Prüfung auf andere führende Symptome.
Wenn persistierende bronchiale Obstruktion
- Therapieeskalation
- Adrenalin i.m./i.v.
- β2-Sympathomimetika s.c./i.v.
- Gegebenenfalls Atemwegssicherung mit Narkose
Wenn Stridor zusätzlich dominiert
Zusätzlich in den oberen Atemwegs-Pfad wechseln.
Leitsymptom
Übelkeit, Koliken oder Erbrechen
Initiale Maßnahmen
- Symptomorientierte Lagerung
- Zugang i.v.
Begleittherapie
- Dimetinden i.v.
- Kortikosteroid i.v.
- Basisuntersuchung
Wenn Besserung
Überwachung und Prüfung auf zusätzliche respiratorische oder kardiovaskuläre Symptomatik.
Wenn persistierend
- Therapieeskalation
- Gegebenenfalls Nauseatika / Spasmolytika i.v.
Wenn andere Symptomatik führend wird
Zum entsprechenden Pfad wechseln und fehlende Maßnahmen ergänzen.
Leitsymptom
Kutane Symptomatik ohne dominierende respiratorische oder kardiovaskuläre Gefährdung
Initiale Maßnahmen
- Zugang i.v. nach Bedarf
Begleittherapie
- Dimetinden i.v.
- Kortikosteroid i.v.
- Basisuntersuchung
Wenn rückläufig
Keine Eskalation, weiter überwachen.
Wenn Progression
Neues Leitsymptom bestimmen und in den passenden Grad-II/III- oder Grad-IV-Pfad wechseln.
Wann?
Wenn nach Beginn der Initialtherapie eine andere Symptomatik führend wird oder zusätzlich deutlich hervortritt.
Dann
Zutreffendes Leitsymptom der initialen Therapieebene wählen.
Ergänzen
Spezifische, bislang nicht durchgeführte Maßnahmen hinzufügen.
Persistierender Schock / Bewusstlosigkeit
- Adrenalin i.v. / i. ossär oder i.m.
- Gegebenenfalls andere Katecholamine i.v. / i. ossär
Persistierendes Larynxödem
- Gegebenenfalls Koniotomie
Persistierende bronchiale Obstruktion
- Adrenalin i.m./i.v.
- β2-Sympathomimetika s.c./i.v.
- Gegebenenfalls Atemwegssicherung mit Narkose
Persistierende GI-Symptome
- Gegebenenfalls Nauseatika / Spasmolytika i.v.
Gleiche rückläufige Symptomatik
Keine Eskalation
Überwachung
Nach Stabilisierung weiter überwachen und erneut auf führende Symptomatik prüfen.
Vor Entlassung
- Rezept Notfallset zur Soforthilfe
- Demonstration Adrenalin-Autoinjektor
- Allergologische Abklärung und Beratung veranlassen
Entlassung
Nach klinischer Stabilisierung und organisierter Weiterbetreuung.
Anaphylaxie-Rechner für Kinder
Gewichtsbasierte Notfallhilfe für die initiale Akuttherapie
Gewicht eingeben
Die Ergebnisse erscheinen nach der Berechnung in übersichtlichen Kategorien.
Schweregrad der Anaphylaxie
Grad I
Juckreiz, Flush, Urtikaria, Angioödem
Grad II
Zusätzlich möglich: Übelkeit, Erbrechen, Dyspnoe, Heiserkeit, Rhinorrhö, Tachykardie, Hypotonie
Grad III
Larynxödem, Bronchospasmus, Zyanose, Schock
Grad IV
Atemstillstand, Kreislaufstillstand
