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Eine elektive Behandlung von Kindern mit chronischen Magen- und Darmproblemen ist im Kindernotfallzentrum leider NICHT möglich.

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Rome IV Kriterien – Strukturierte Übersicht
Funktionelle gastrointestinale Störungen- Rome-IV-Kriterien

Diagnostische Standards für funktionelle gastrointestinale Störungen- Übersicht- Rome IV Kriterien

Hinweis: Diese Seite ist eine deutschsprachige, leserfreundliche Web-Aufbereitung der offiziellen Rome-IV-Struktur. Die Inhalte sind bewusst übersichtlich formuliert und für die Seitennutzung gegliedert.
Abschnitt A

A. Ösophageale Störungen

Funktionelle Beschwerden im Bereich der Speiseröhre.

Diagnostische Kriterien

  1. Retrosternaler Brustschmerz oder retrosternales Druck-/Beschwerdegefühl.
  2. Kein typisches Begleitsymptom der Speiseröhre wie Sodbrennen oder Dysphagie.
  3. Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis die Ursache ist.
  4. Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.

Diagnostische Kriterien

  1. Brennendes retrosternales Missempfinden oder Schmerz.
  2. Keine ausreichende Symptomlinderung trotz optimaler säurehemmender Therapie.
  3. Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
  4. Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.

Diagnostische Kriterien

  1. Retrosternale Symptome einschließlich Sodbrennen oder Brustschmerz.
  2. Normale Endoskopie und kein Hinweis auf eosinophile Ösophagitis.
  3. Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
  4. Nachweis, dass Refluxereignisse die Beschwerden auslösen, obwohl die Säureexposition insgesamt normal ist.

Diagnostische Kriterien

  1. Persistierendes oder intermittierendes, nicht schmerzhaftes Gefühl eines Kloßes oder Fremdkörpers im Hals.
  2. Beschwerden treten zwischen den Mahlzeiten auf.
  3. Keine Dysphagie oder Odynophagie.
  4. Kein Hinweis auf eine lokale strukturelle Läsion.
  5. Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
  6. Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.

Diagnostische Kriterien

  1. Gefühl, dass feste und/oder flüssige Nahrung hängen bleibt oder ungewöhnlich durch die Speiseröhre passiert.
  2. Keine strukturelle oder mukosale Ursache als Erklärung.
  3. Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
  4. Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
Abschnitt B

B. Gastroduodenale Störungen

Funktionelle Beschwerden von Magen und Duodenum.

Grundkriterien

  1. Mindestens eines der folgenden belastenden Symptome:
    • postprandiale Völle
    • frühe Sättigung
    • epigastrischer Schmerz
    • epigastrisches Brennen
  2. Keine strukturelle Erkrankung, die die Symptomatik ausreichend erklärt.
Unterformen
  • a) Postprandiales Distress-Syndrom
  • b) Epigastrisches Schmerzsyndrom

B1a. Postprandiales Distress-Syndrom

  1. Belastende postprandiale Völle an mehreren Tagen pro Woche
  2. und/oder belastende frühe Sättigung, die das Aufessen einer normalen Mahlzeit verhindert
  3. Keine organische, systemische oder metabolische Erkrankung als ausreichende Erklärung

B1b. Epigastrisches Schmerzsyndrom

  1. Belastender epigastrischer Schmerz mindestens an einem Tag pro Woche
  2. und/oder belastendes epigastrisches Brennen
  3. Keine organische, systemische oder metabolische Erkrankung als ausreichende Erklärung
  1. Belastendes Aufstoßen an mehreren Tagen pro Woche.
  2. Unterteilung in supragastrisches und gastrisches Aufstoßen.
Abschnitt C

C. Darmbezogene Störungen

Funktionelle Störungen des Darms und der Stuhlentleerung.

  1. Wiederkehrender Bauchschmerz im Mittel mindestens einmal pro Woche.
  2. Der Schmerz ist mit mindestens zwei der folgenden Kriterien assoziiert:
  • a) Bezug zur Defäkation
  • b) Änderung der Stuhlfrequenz
  • c) Änderung der Stuhlform

Mindestens zwei oder mehr der folgenden Kriterien:

  1. Pressen bei mehr als einem Viertel der Entleerungen
  2. harter oder klumpiger Stuhl bei mehr als einem Viertel der Entleerungen
  3. Gefühl der unvollständigen Entleerung
  4. Gefühl einer anorektalen Blockade
  5. manuelle Manöver zur Erleichterung der Entleerung
  6. weniger als drei spontane Stuhlentleerungen pro Woche
  7. lockerer Stuhl nur selten ohne Laxanzien
  8. keine ausreichenden Kriterien für ein Reizdarmsyndrom
Abschnitt D

D. Zentral vermittelte Störungen gastrointestinaler Schmerzen

Schmerzsyndrome mit starker zentraler Mitbeteiligung.

  1. Kontinuierlicher oder nahezu kontinuierlicher Bauchschmerz.
  2. Nur geringer oder fehlender Zusammenhang mit Essen, Defäkation oder Menstruation.
  3. Deutliche Alltagsbeeinträchtigung.
  4. Der Schmerz ist nicht absichtlich erzeugt.
  5. Keine bessere Erklärung durch eine andere funktionelle oder organische Erkrankung.
Abschnitt E

E. Gallenblasen- und Sphinkter-Oddi-Störungen

Funktionelle biliäre und pankreatische Schmerzsyndrome.

  1. Schmerz im Epigastrium und/oder rechten Oberbauch.
  2. Der Schmerz steigert sich zu einem konstanten Niveau und dauert mindestens 30 Minuten.
  3. Die Episoden treten in Intervallen auf, nicht täglich.
  4. Die Intensität unterbricht Alltagsaktivitäten oder führt zu einer Notfallvorstellung.
  5. Keine relevante Beziehung zum Stuhlgang.
  6. Keine relevante Besserung durch Lagewechsel oder Säuresuppression.
Abschnitt F

F. Anorektale Störungen

Funktionelle Störungen von Anorektum und Defäkation.

  1. Wiederholter unkontrollierter Abgang von Stuhlmaterial.
  2. Entwicklungsalter von mindestens 4 Jahren.
Abschnitt G

G. Funktionelle GI-Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter

Frühe kindliche funktionelle gastrointestinale Störungen.

  1. Regurgitation mindestens zweimal täglich über mindestens 3 Wochen.
  2. Kein Würgen, keine Hämatemesis, keine Aspiration, keine Apnoe, keine Gedeihstörung, keine Fütter- oder Schluckprobleme, keine auffällige Körperhaltung.
Abschnitt H

H. Funktionelle GI-Störungen im Kindes- und Jugendalter

Pädiatrische Kriterien für Schule und Jugendalter.

H1a. Zyklisches Erbrechen

  1. Mindestens zwei Episoden intensiver, anhaltender Übelkeit und anfallsartigem Erbrechen innerhalb von 6 Monaten.
  2. Die Episoden sind stereotyp.
  3. Dazwischen bestehen Wochen bis Monate mit Rückkehr zum Ausgangszustand.
  4. Keine bessere Erklärung durch andere Erkrankungen.

H2b. Reizdarmsyndrom

  1. Bauchschmerz an mindestens 4 Tagen pro Monat.
  2. Assoziiert mit mindestens einem der folgenden Merkmale:
  • a) Bezug zur Defäkation
  • b) Änderung der Stuhlfrequenz
  • c) Änderung der Stuhlform

H3a. Funktionelle Obstipation

  1. Mindestens zwei Kriterien über einen relevanten Zeitraum.
  2. Wenige Toilettenstühle pro Woche.
  3. Stuhlinkontinenzepisoden möglich.
  4. Retentive Haltung oder Stuhlretention in der Vorgeschichte.
  5. Schmerzhafte oder harte Stühle.
  6. Große Stuhlmassen im Rektum.
  7. Großkalibrige Stühle mit möglicher Toilettenobstruktion.

Quelle

Rome Foundation – Rome IV Kriterien. Diese deutschsprachige Webversion ist für bessere Lesbarkeit und schnellere Orientierung strukturiert.

Funktionelle Gastrointestinale Störungen