Liebe Eltern,
Eine elektive Behandlung von Kindern mit chronischen Magen- und Darmproblemen ist im Kindernotfallzentrum leider NICHT möglich.
Hier möchten wir Sie herzlich bitten, einen AMBULANTEN TERMIN über die jeweiligen Spezialambulanzen zu vereinbaren.
Ambulanzen
+(49) 228 28738888
Ambulanzen der Kinder- und Jugendmedizin
Diagnostische Standards für funktionelle gastrointestinale Störungen- Übersicht- Rome IV Kriterien
A. Ösophageale Störungen
Funktionelle Beschwerden im Bereich der Speiseröhre.
Diagnostische Kriterien
- Retrosternaler Brustschmerz oder retrosternales Druck-/Beschwerdegefühl.
- Kein typisches Begleitsymptom der Speiseröhre wie Sodbrennen oder Dysphagie.
- Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis die Ursache ist.
- Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
Diagnostische Kriterien
- Brennendes retrosternales Missempfinden oder Schmerz.
- Keine ausreichende Symptomlinderung trotz optimaler säurehemmender Therapie.
- Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
- Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
Diagnostische Kriterien
- Retrosternale Symptome einschließlich Sodbrennen oder Brustschmerz.
- Normale Endoskopie und kein Hinweis auf eosinophile Ösophagitis.
- Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
- Nachweis, dass Refluxereignisse die Beschwerden auslösen, obwohl die Säureexposition insgesamt normal ist.
Diagnostische Kriterien
- Persistierendes oder intermittierendes, nicht schmerzhaftes Gefühl eines Kloßes oder Fremdkörpers im Hals.
- Beschwerden treten zwischen den Mahlzeiten auf.
- Keine Dysphagie oder Odynophagie.
- Kein Hinweis auf eine lokale strukturelle Läsion.
- Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
- Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
Diagnostische Kriterien
- Gefühl, dass feste und/oder flüssige Nahrung hängen bleibt oder ungewöhnlich durch die Speiseröhre passiert.
- Keine strukturelle oder mukosale Ursache als Erklärung.
- Kein Hinweis darauf, dass Reflux oder eosinophile Ösophagitis ursächlich sind.
- Keine wesentliche Motilitätsstörung der Speiseröhre.
B. Gastroduodenale Störungen
Funktionelle Beschwerden von Magen und Duodenum.
Grundkriterien
- Mindestens eines der folgenden belastenden Symptome:
- postprandiale Völle
- frühe Sättigung
- epigastrischer Schmerz
- epigastrisches Brennen
- Keine strukturelle Erkrankung, die die Symptomatik ausreichend erklärt.
- a) Postprandiales Distress-Syndrom
- b) Epigastrisches Schmerzsyndrom
B1a. Postprandiales Distress-Syndrom
- Belastende postprandiale Völle an mehreren Tagen pro Woche
- und/oder belastende frühe Sättigung, die das Aufessen einer normalen Mahlzeit verhindert
- Keine organische, systemische oder metabolische Erkrankung als ausreichende Erklärung
B1b. Epigastrisches Schmerzsyndrom
- Belastender epigastrischer Schmerz mindestens an einem Tag pro Woche
- und/oder belastendes epigastrisches Brennen
- Keine organische, systemische oder metabolische Erkrankung als ausreichende Erklärung
- Belastendes Aufstoßen an mehreren Tagen pro Woche.
- Unterteilung in supragastrisches und gastrisches Aufstoßen.
C. Darmbezogene Störungen
Funktionelle Störungen des Darms und der Stuhlentleerung.
- Wiederkehrender Bauchschmerz im Mittel mindestens einmal pro Woche.
- Der Schmerz ist mit mindestens zwei der folgenden Kriterien assoziiert:
- a) Bezug zur Defäkation
- b) Änderung der Stuhlfrequenz
- c) Änderung der Stuhlform
Mindestens zwei oder mehr der folgenden Kriterien:
- Pressen bei mehr als einem Viertel der Entleerungen
- harter oder klumpiger Stuhl bei mehr als einem Viertel der Entleerungen
- Gefühl der unvollständigen Entleerung
- Gefühl einer anorektalen Blockade
- manuelle Manöver zur Erleichterung der Entleerung
- weniger als drei spontane Stuhlentleerungen pro Woche
- lockerer Stuhl nur selten ohne Laxanzien
- keine ausreichenden Kriterien für ein Reizdarmsyndrom
D. Zentral vermittelte Störungen gastrointestinaler Schmerzen
Schmerzsyndrome mit starker zentraler Mitbeteiligung.
- Kontinuierlicher oder nahezu kontinuierlicher Bauchschmerz.
- Nur geringer oder fehlender Zusammenhang mit Essen, Defäkation oder Menstruation.
- Deutliche Alltagsbeeinträchtigung.
- Der Schmerz ist nicht absichtlich erzeugt.
- Keine bessere Erklärung durch eine andere funktionelle oder organische Erkrankung.
E. Gallenblasen- und Sphinkter-Oddi-Störungen
Funktionelle biliäre und pankreatische Schmerzsyndrome.
- Schmerz im Epigastrium und/oder rechten Oberbauch.
- Der Schmerz steigert sich zu einem konstanten Niveau und dauert mindestens 30 Minuten.
- Die Episoden treten in Intervallen auf, nicht täglich.
- Die Intensität unterbricht Alltagsaktivitäten oder führt zu einer Notfallvorstellung.
- Keine relevante Beziehung zum Stuhlgang.
- Keine relevante Besserung durch Lagewechsel oder Säuresuppression.
F. Anorektale Störungen
Funktionelle Störungen von Anorektum und Defäkation.
- Wiederholter unkontrollierter Abgang von Stuhlmaterial.
- Entwicklungsalter von mindestens 4 Jahren.
G. Funktionelle GI-Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter
Frühe kindliche funktionelle gastrointestinale Störungen.
- Regurgitation mindestens zweimal täglich über mindestens 3 Wochen.
- Kein Würgen, keine Hämatemesis, keine Aspiration, keine Apnoe, keine Gedeihstörung, keine Fütter- oder Schluckprobleme, keine auffällige Körperhaltung.
H. Funktionelle GI-Störungen im Kindes- und Jugendalter
Pädiatrische Kriterien für Schule und Jugendalter.
H1a. Zyklisches Erbrechen
- Mindestens zwei Episoden intensiver, anhaltender Übelkeit und anfallsartigem Erbrechen innerhalb von 6 Monaten.
- Die Episoden sind stereotyp.
- Dazwischen bestehen Wochen bis Monate mit Rückkehr zum Ausgangszustand.
- Keine bessere Erklärung durch andere Erkrankungen.
H2b. Reizdarmsyndrom
- Bauchschmerz an mindestens 4 Tagen pro Monat.
- Assoziiert mit mindestens einem der folgenden Merkmale:
- a) Bezug zur Defäkation
- b) Änderung der Stuhlfrequenz
- c) Änderung der Stuhlform
H3a. Funktionelle Obstipation
- Mindestens zwei Kriterien über einen relevanten Zeitraum.
- Wenige Toilettenstühle pro Woche.
- Stuhlinkontinenzepisoden möglich.
- Retentive Haltung oder Stuhlretention in der Vorgeschichte.
- Schmerzhafte oder harte Stühle.
- Große Stuhlmassen im Rektum.
- Großkalibrige Stühle mit möglicher Toilettenobstruktion.
Quelle
Rome Foundation – Rome IV Kriterien. Diese deutschsprachige Webversion ist für bessere Lesbarkeit und schnellere Orientierung strukturiert.
