Wartezeiten im Kindernotfallzentrum
Warum kann es zu Wartezeiten kommen?
Im Kindernotfallzentrum werden Kinder und Jugendliche nicht in der Reihenfolge ihres Eintreffens, sondern nach der Dringlichkeit ihrer Erkrankung oder Verletzung behandelt.
Dafür verwenden wir das Manchester-Triage-System (MTS), ein standardisiertes Verfahren zur Ersteinschätzung in der Notfallmedizin.
Das bedeutet:
Kinder mit lebensbedrohlichen oder sehr dringlichen Beschwerden werden sofort oder zumindest schnell versorgt.
Bei weniger dringlichen Beschwerden kann es daher trotz früherer Anmeldung zu Wartezeiten kommen.
Diese Priorisierung dient der Sicherheit aller Patientinnen und Patienten.
Wie funktioniert das Manchester-Triage-System?
Nach der Administrativen Anmeldung erfolgt eine pflegerische Ersteinschätzung durch eine speziell geschulte Pflegefachpersonen, die die Behandlungsdringlichkeit und die jeweilige Behandlungsstufe feststellt.
In dieser Phase werden bei dringlichen Notfällen ggf. die ersten Maßnahmen ergriffen.
Manchester-Triage-System
Bedeutung: Absoluter Notfall – Sofortige Behandlung erforderlich, akute Lebensgefahr möglich.
Empfohlene maximale Wartezeit: 0 Minuten
Bedeutung: Notfall – Sehr schnelle ärztliche Beurteilung notwendig
Empfohlene maximale Wartezeit: bis 10 Minuten
Bedeutung: Mäßiger Notfall – Sehr schnelle ärztliche Beurteilung notwendig
Empfohlene maximale Wartezeit: bis 30 Minuten
Bedeutung: Normale Dringlichkeit – Behandlung erforderlich, aber nicht akut lebensbedrohlich
Empfohlene maximale Wartezeit: bis 90 Minuten
Bedeutung: Nicht dringend – Leichte Beschwerden, Behandlung kann warten.
Empfohlene maximale Wartezeit: bis 120 Minuten
Was bedeutet das für Sie?
Die Wartezeit im Kindernotfallzentrum richtet sich nach der medizinischen Dringlichkeit und nicht nach der Reihenfolge des Eintreffens.
Deshalb kann es vorkommen, dass später eingetroffene Kinder früher behandelt werden.
Wenn Ihr Kind nach der Ersteinschätzung als weniger dringend eingestuft wird, kann die Wartezeit entsprechend länger sein. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir schwer erkrankte Kinder immer zuerst versorgen müssen.
Die genannten Zeiten sind Orientierungswerte. Je nach Patientenaufkommen und Schwere der gleichzeitig behandelten Notfälle kann es zu Abweichungen kommen.
Wichtig für Eltern und Sorgeberechtigte
Bitte informieren Sie unser Team sofort, wenn sich der Zustand Ihres Kindes während der Wartezeit verschlechtert, zum Beispiel bei:
zunehmender Atemnot
Krampfanfällen
starker Schmerzverstärkung
auffälliger Schläfrigkeit oder Bewusstseinsveränderung
neu auftretendem hohem Fieber bei sehr schlechtem Allgemeinzustand
In solchen Fällen erfolgt eine erneute Einschätzung.
Hinweis zu nicht dringlichen Beschwerden
Bei nicht akuten Beschwerden ist häufig zunächst die Vorstellung bei Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt sinnvoll.
Dies kann helfen, unnötige Wartezeiten im Kindernotfallzentrum zu vermeiden.
